Nach reiflichem Überlegen zwischen verschiedenen Musikspielen, -ausführungen und Beschaffungsmöglichkeiten hab ich mir heute Guitar Hero: World Tour im Guitar Bundle mit einer Gitarre für die PS3 zum Preis von 100 Euro bei einer großen Kaufhauskette gekauft.
Das Spiel rockt einfach derbe! Selbst totale Gitarrenspielanfänger wie ich finden sehr schnell ins Spiel und dank der 5 verschiedenen Schwierigkeitsgrade ist für jeden was dabei. Auch Musik-mäßig ist für jeden Rockfan was dabei. Es sind Songs von namenhaften Größen wie Nirvana, Linkin Park, Foo Fighters, Coldplay, Lenny Kravitz, Metallica, Michael Jackson und Bon Jovi mit dabei. Außerdem gibt es noch einprägsame Titel, die jeder kennt, wie z. B. “The Joker”, “No Sleep till Brooklyn”, “Hotel California” und “The Middle”. Was aber “Monsoon” von Tokio Hotel auf der Blu-Ray Disc zu suchen hat, ist mir ein Rätsel.
Es gibt verschiedene Modi. Von den 86 Songs sind zu Beginn nur rund 20 verfügbar. Der Rest muss im Karrieremodus durch erfolgreiche Auftritte freigespielt werden. Dabei kann man wie im schnellen Einzelspiel entweder alleine mit einem Instrument (Gitarre, Bassgitarre, Drums oder Gesang) oder eben mit ein paar Freunden als Band spielen. Im Karrieremodus gibt es dann verschiedene Angebote von Sponsoren und Veranstaltern, die euch umgarnen - falls ihr gut seid. Man bastelt sich einen eigenen Rockstar (oder greift auf vorgefertigte Charaktere zurück) und kann den dann Stück für Stück mit optischem und spielerisch relevantem Schnickschnack ausstatten. Zusätzlich kann man auch im “Kopf-an-Kopf-Modus” mit dem gleichen Instrument gegeneinander antreten.
Die Grafik ist gut gelungen mit allerlei Effekten und einem gelungenen Comicstil, der sich durch das gesamte Spiel zieht. Der Sound ist einfach bombastisch. Jeder Verspieler hört sich nicht nur unschick an, sondern ruft auch relativ schnell “Buh”rufe aus dem Publikum zum Plan. Die Steuerung klappt super mit dem Gitarrencontroller und fordert zwar etwas Übung, man hat aber den Dreh schnell raus.
Kurz zum Spielprinzip: Man hat 5 verschiedenfarbige Tasten auf dem Hals der Gitarre und muss die jeweilige Taste dann, wenn sie am Bildschirm erscheint, drücken. Mal kurz, mal gedrückt halten, mal ganze Akkorde (mehrere Tasten gleichzeitig). Durch richtiges Timing spielt man dann auch kurzzeitige Boni frei, mit denen man dann z. B. besonders Punkte scheffelt. Die Mikrofonunterstützung ist auch gut. Man muss zwar dann den Gitarrencontroller auf Platz 2 stellen und den PS3-Controller auf Platz 1 und kann dann erst Mikros hernehmen, aber wenn man es weiß, ist es kein Problem. Das ist zumindest mit den von mir getesteten Mikros so (2x SingStar PS3 USB-Mikro und ein PS2 USB-Headset von Logitech). Das offizielle Mikro besitze ich nicht, da ich nicht noch ein Mikro brauche, weil ich ja schon von SingStar Vol. 2 zwei Mikros habe. Das Singen finde ich teilweise schwerer, aber insgesamt sogar besser als im reinen Singspiel SingStar. So kommt es wirklich auf die exakte Stimmlage an und es gibt keine monotonen Balkenanzeigen, an denen man sich orientieren muss, sondern exakte Striche. Außerdem sieht man den Text frühzeitig, was bei der Sony-”Konkurrenz” nicht der Fall ist.
Im Großen und Ganzen gefällt mir GH schon jetzt super. Die Zeit ist extrem schnell vergangen. Um 20 Uhr hab ich alles ausgepackt und ausprobiert und um 0 Uhr gemerkt, dass ich ja schon 4 Stunden spiele.
Als Partygame sicherlich DER Renner. Muss ich unbedingt demnächst mit Gitarre + Mikro ausprobieren.
Wenns mir wirklich weiterhin so gut gefällt, dann folgt diesen Winter noch das Super Bundle (Spiel, ->Drums<-, zweite Gitarre, Mikro). Dann hab ich 2 Gitarren und Drums. Was ich hingegen mit Mikro und zweitem Spiel mach, weiß ich noch nicht - wahrscheinlich verkaufen. 2 Gitarren? Ja, weil man ja gleichzeitig mit ner normalen Gitarre Bass spielen kann. Dann sieht es so aus: 1 Sänger, 1 Gitarrist, 1 Bassgitarrist und 1 Drummer - wenn Full House ist.
Genug der Worte - Guitar Hero rockt!
Ersteindruck: 9/10




