Also in den letzten Tagen war es mit der Eröffnung der Politikseite Politik unzensiert, die ich übrigens jedem, der sich für seine Menschenrechte und freie Meinung und Informationspolitik interessiert, empfehle, hier ziemlich ruhig. Das will ich mit ein paar CD-Reviews, die es hier ab und an geben wird, ändern. Hier meine Meinung zu Coldplays gestern erschienem Album Viva la Vida.

Aufmachung 9/10

Aufmachung? Ja, Aufmachung gehört auch dazu! Was ist das erste, was man sieht, wenn man die lästige Plastikverpackung entfernt hat? DIe Aufmachung! Also. :D

Ein edler Plastikschuber mit verschiedenen Fächern wartet schonmal gestalterisch sehr gut auf. Nach dem Aufklappen sieht man ein paar schöne in sepiafarben gehaltene Fotos von der Band. In verschiedenen Fächern befindet sich die CD (nochmals durch einen weiteren Schuber geschützt) und das Booklet. In diesem befinden sich sehr kreative Bilder, um es vorsichtig auszudrücken. Besonders das Werk in der Mitte mutet zu Beginn etwas seltsam an. Bunte Farbkleckse und darum ein Text in verschiedenen Richtungen geschrieben. Nach dem Hören des Albums hingegen merkt man, dass hier kurz die Story, die sich über alle zehn Lieder erstreckt, kurz zusammengefasst ist, also die wichtigsten Stellen aus allen Liedern. Trotzdem: Ich bin ein Fan von Texten in Booklets und daher gibt es hier Abzüge, wenn ich auch in diesem Fall großzügig nur geringfügig einen Punkt abziehe. Das kreative Design ist eben äußerst lobenswert.

Songs

Darum geht es doch schließlich: Die Musik. Hier nun die einzelnen Lieder, wie sie mir gefallen haben.

1. Life In Technicolor 10/10

Zu Beginn gleich ein Lied, das mir super gut gefallen hat. Es fängt ganz ruhig an und nimmt dann immer mehr mit gekonntem Einsatz von Gitarre und Bass an Fahrt auf. :) Besitzt zwar keinen Gesang, bis auf eine Stelle, was aber überhaupt nicht stört. Perfekter Einstieg!

2. Cemeteries Of London 7/10

Nettes Lied, gute Lyrics, aber nichts besonderes. “There’s no light über London today.” Da spielte wohl etwas der Frust der Briten mit, da sie am Tag des Albumreleases ja bei einer Sportgroßveranstaltung nicht mit dabei sind. ;)

3. Lost! 9/10

Topsong! Von der Geschwindigkeit her super, die Lyrics sind klasse und erinnern mich sehr an einen Politiker aus den Vereinigten Staaten und auch der Beat sehr einprägsam, ja fast ein neues “We will rock you” zum Mitklatschen. Gefällt mir sehr gut.

4. 42 8/10

Bestes Beispiel für einen völligen Geschwindigkeitswechsel. Das Lied beginnt ruhig, gar melanchonisch und entwickelt sich dann zum schnellen Popsong - und endet wiederum ruhiger mit dem Text des Anfangs. Also rundes und gutes Lied.

5. Lovers In Japan/Reign Of Love 7/10 (9/10 und 5/10)

Zweigeteiltest Lied. “Lovers in Japan” hat mir von der schnellen Geschwindigkeit und den gute Lyrics sehr gut gefallen, “Reign of Love” ist dagegen schon sehr ruhig und textmäßig auch kein Überflieger, aber ein nettes Lied. Es fällt mir schwer hier nur eine 7 von 10-Bewertung zu geben, weswegen ich diese auch aufgeschlüsselt darstelle.

6. Yes 8/10

Guter Song mit eingängigen Lyrics und teilweise orientalischer Musikuntermalung. Kann mich gut damit identifizieren und spüre noch kein Zeichen von “Tiredness”.

7. Viva La Vida 10/10

Von Anfang bis Ende ein perfektes Lied, vielleicht sogar der beste Coldplaysong überhaupt. Die Lyrics fußen wie die des ganzen Albums auf historischem Hintergrund, die Geschwindigkeit zwischen Text und Musik einmalig und auch das letzte Drittel wird nochmal mit einem kleinen Solo der super Hintergrundmusik, die schon aber der ersten Sekunde in den Vordergrund tritt, super eingeleitet und auch fortgeführt. Besser geht es kaum! Sicherlich die nächste Single.

8. Violet Hill 10/10

Tolles Lied mit einer angenehmen Geschwindigkeit und sehr guten Lyrics. Wieder einmal übertrifft sich der Beat und das Zusammenspiel aus Piano und Gitarre selbst. Was soll man noch sagen - großartiges Lied!

9. Strawberry Swing 8/10

Bringt definitiv frisches Blut rein und ergänzt das Album fast um etwas “Wild West”-Feeling. Gefällt mir sowohl von den Lyrics als auch von der Umsetzung her gut.

10. Death And All His Friends 9/10

Ein quasi dreigeteilter Song. Erst beginnt er sehr ruhig, schaltet wirklich perfekt auf einen schnellen Rythmus um und endet dann wieder soft. Alles drin!

Fazit

“Viva la Vida” ist eines der besten Alben, die ich bislang gehört habe, und ich werde es auch sicherlich noch lange hören. Schließlich höre ich auch “X&Y” noch, wobei dieses ähnlich großartig war. Die Story erstreckt sich über die kompletten zehn Lieder, was sehr beachtlich ist. Das Tempo in allen Liedern ist wirklich super und das Zusammenspiel der Instrumente fantastisch. Einen Erinnerungsmoment gibt es am Schluss, denn in “Death and all his Friends” bekommt man gegen Ende die Intromusik von “Viva la Vida” zu hören - daher auch der offizielle Titel des Albums, “Violett Hill or Death and all his Friends”. Dieses Album zeigt das Leben musikalisch in allen Facetten!

Wertung: 8,6